Pressemitteilung 16.02.2015: Vorsicht beim Schallschutz

Vorsicht beim Schallschutz

Flughafen BER – Mehrkosten lauern in verdeckten Positionen

Warnung an die Bürgerinnen und Bürger

Wie gerade bekannt wurde, werden aktuell von den Bürgerinnen und Bürgern auf der Basis der zugesandten Anspruchsermittlungen und der Leistungsverzeichnisse zahlreiche Bauvorhaben im Rahmen der Umsetzung des Schallschutzprogramms in Blankenfelde umgesetzt.

Dazu suchen sich Bürgerinnen und Bürger Firmen, die den Schallschutz einbauen. Dazu gibt es von der Flughafengesellschaft FBB empfohlene Firmen.

Viele Bürger entscheiden sich aktuell nicht das gesamte Schallschutzprogramm umzusetzen, sondern aktuell nur erst einmal die Fenster einbauen zu lassen.

Viele Bürgerinnen und Bürger möchten mit der Frage der Wanddämmung und der Lüfter erst noch einmal warten. Es hat sich rumgesprochen, dass im Hinblick auf die Wanddämmung und die Lüfter möglicherweise noch Änderungen zu erwarten sind, außerdem drängt die Angelegenheit der Schalldämmung in dieser Frage nicht so sehr wie bei den Fenstern.

Nunmehr hat sich bei der Umsetzung bei vielen Bürgerinnen und Bürgern herausgestellt, dass die Baufirmen beim Einbau der Fenster entgegen dem Leistungsverzeichnis der Flughafengesellschaft Sonderkonditionen berechnen, d.h. es werden Aufpreise von den Bürgerinnen und Bürgern verlangt, die als Eigenanteil tituliert werden, die sich in Beträgen von 200 € bis 500 € bewegen.

Den Bürgerinnen und Bürgern wird von den Firmen dann mitgeteilt, dass die Firmen diese entsprechende Zusatzpauschale erheben müssten, weil die Kosten für die Fenster, die sie von der Flughafengesellschaft erstattet bekommen, entsprechend dem Leistungsverzeichnis und der ASE nicht kostendeckend sind.

Die Bürgerinnen und Bürger seien darauf hingewiesen, dass sie diese Position nicht bezahlen sollten bzw. diese mit einem Fragezeichen versehen sollten. Der Flughafen ist verpflichtet, den Schallschutz zu bezahlen. Wenn sich herausstellt, dass der Flughafen tatsächlich den Firmen nicht auskömmlich Preise diktiert, und die Bürgerinnen und Bürger hier quasi dafür aufkommen sollen, im Rahmen einer Sonderpauschale, dann ist das nicht nur nicht in Ordnung, sondern abzulehnen.

Ich möchte Bürgerinnen und Bürger, die auch diese Erfahrung gemacht haben, dass sie eine Sonderposition „aufgedrückt“ bekommen haben, die der Flughafen nicht erstattet, dass sie das mitteilen. Sie können das mitteilen an das Bürgerbüro Zossen, Christoph Schulze, Bahnhofstraße 25, 15806 Zossen.

Wir werden uns bemühen, diese Sache im Landtag im Flughafensonderausschuss zur Sprache zu bringen und versuchen darauf hinzuwirken, dass diese Verfahrensweise des Flughafens und letztendlich in letzter Konsequenz durch die Fachfirmen nicht weiter so gehandhabt wird, und dass die Bürgerinnen und Bürger, die hier das Geld aus der Tasche gezogen bekommen haben, dieses vom Flughafen nachträglich erstattet bekommen.

Es ist ja bekannt, dass die Preise, die die Flughafengesellschaft bei den Leistungsverzeichnissen ansetzt, keine aktuellen Marktpreise sind, sondern Preise aus dem Preiskatalog 2012. Der Preiskatalog 2012 beruht auf den Ausschreibungsergebnissen von vor 2012, d. h. wir haben es hier letztendlich mit Preisen zu tun, die vor fünf Jahren aktuell waren und dass sind doch Preise, die vor fünf Jahren schon knapp an der Wirtschaftlichkeitsgrenze lagen.

Deshalb muss man ganz deutlich sagen, die Verantwortung hier liegt bei der Flughafengesellschaft, die offensichtlich versucht, wieder mit nicht auskömmlich kalkulierten Preisen die Firmen an den Rand zu drängen, um möglichst billig aus der Sache rauszukommen und am Ende zahlen, wie immer, die Bürger die Zeche. Das kann es nicht sein. Deshalb muss man da aufmerksam sein, deshalb müssen wir gemeinsam dagegen vorgehen.


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