„Quo vadis Bahnhof Klasdorf“

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„Quo vadis Bahnhof Klasdorf“

Zur Zukunft des Bahnverkehrs im ländlichen Raum

Der Einladung zu einer Info-Veranstaltung im Bahnhof Klasdorf am Donnerstag, dem 12.2.2015 zwischen 13 und 15 Uhr,  folgten 18 Interessierte. Die Runde war auf Anregung von MdL Micheal Jungclaus zustande gekommen. Der Landespolitiker traf pünktlich um 15.05 mit dem RE 3 ein. Zuvor hatte er den Bahnhof  in Drahnsdorf besucht und will in diesem Jahr noch viele Haltepunkte anfahren: 60 vermeintlich „nachfrageschwache“ Stationen könnten in ihrem Fortbestand gefährdet sein, wie Junglaus ausführte. Auch Klasdorf könnte, wenn man die Fahrgastzahlen als Kriterium überhaupt gelten lässt, mit 27 Ausstiegen an Wochenendtagen dazugehören.  Denn es kursiert eine willkürliche Setzung von mindestens 50 Ein- und Ausstiegen täglich, die Voraussetzung seien für den Fortbestand des Betriebes eines Haltepunktes.

Vor allem auf bundespolitischer Ebene gelte es, sich gegen eine Kürzung der Zuweisungen an die Länder zu wehren. Im Ergebnis fordert eine Studie „Brandenburg bewegt sich“, im öffentlichen Personennahverkehr mehr Einfluss des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg und eine die Kreisgrenzen überschreitende Zusammenarbeit, insbesondere beim tangentialen Busverkehr. Wichtig seien auch klare Produktstrukturen, damit der Regionalexpress sich auch von der Regionalbahn unterscheidet und beide Zugtypen ihre Vorteile entfalten können.

Unbedingt wichtig sei es auch, eben nicht nur auf die Fahrgastzahlen zu schauen, sondern „über die Vielen, die noch nicht in den Zügen sitzen“ zu sprechen. An dieses Stichwort band sich eine rege Diskussion und gute Ideenfindung an. Ein Bedarfshalt der Züge erscheint sinnvoll, weil er Kosten bei der Bahn spart. Die Einführung eines Rufbussystems kann die Überwindung der so genannten letzten Meile zwischen Klasdorf und den touristischen Zielen Wildpark und Museumsdorf Baruther Glashütte überwinden helfen. Auch eine kreisübergreifende Verbindung zwischen Tropical Islands, dem Haltepunkt Brand, Glashütte und dem Haltepunkt Klasdorf wäre zu prüfen. Günter Thiele (Brandenburgisches Netzwerk lebendige Dörfer) will sich hierfür als Akteur im Nachbarkreis Dahme-Spree bei den laufenden Verhandlungen über den Nahverkehrsplan des Nachbarkreises einsetzen. Bernd Hüsgen, Stadtverordneter in Baruth, regte eine Verlängerung des RE 7 von Wünsdorf nach Baruth an und forderte, die Fahrzeiten zwischen RE 3 und RE 7 zu entzerren und auf die Bedürfnisse der über  1000 Pendlerinnen und Pendler des Baruther Gewerbegebietes besser abzustimmen.

In der Landesregierung scheint man aber noch nicht von der Maxime „Keine Mehrbestellungen ohne Kürzungen an anderer Stelle“ abgehen zu wollen. Der „Bahnhofsvorstand“ von Klasdorf, Petra Liesenfeld, Georg Goes und Katharina Schicke, forderte dennoch weitere Halte, damit auch morgens eine Anreise- und Abreise für Pendlerinnen und Touristen möglich ist. Die monatlichen Musik- und Kulturveranstaltungen am Bahnhof Klasdorf haben überdies zu steigenden Fahrgastzahlen geführt. Das Potential der Bahnfahrerinnen und Bahnfahrer lässt sich auch bewährt durch die Kooperation mit DB-Regio und der Bahnzeitschrift punkt3 besser ausschöpfen. Einen besonders starken Impuls verspricht man sich aber von der Lückenschließung des RK 8 der Flaeming-Skate und der Schaffung einer Tangente auf dem Schienenstrang zwischen Klasdorf und Glashütte, wodurch sich ein Fahrrad-Rundkurs ergeben würde. Dieser könnte auch durch eine Draisinenstrecke ergänzt werden, wofür sich MdL Christoph Schulze stark machte und für die bereits Planungen vorlägen. Gudrun Schade und Erik Scheidler (Tourismus und Nahverkehr Landkreis Teltow-Fläming) ermunterten die Runde, diese Ideen an den VBB zu tragen und auch in die Gespräche für einen neuen Nahverkehrsplan Teltow-Fläming einzubringen. Museumsleiter Georg Goes konnte von dem Vorhaben berichten, in Abstimmung mit der Kreisverwaltung und mit anderen starken Partnern in 2016 eine 48-Stunden-Aktion im Baruther Stadtgebiet durchzuführen: Von den Stationen Klasdorf und Baruth würden am letzten Wochenende im Juni Busse fahren, die Gäste zu den Destinationen Glashütte, Wildpark, Schloss und Park Baruth, Paplitz und Skaterdorf Petkus bringen.  Am Ende der Veranstaltung im Denkmalbahnhof Klasdorf war sich die Runde einig: „Wir lassen uns nicht abkoppeln!“


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